Die Streu im Katzenklo ist einer jener Faktoren, die Halter häufig einmal einrichten und dann nicht mehr hinterfragen. Einmal eine Sorte gekauft, die gut klingt – und dabei bleibt es. Was dabei oft übersehen wird: Manche Katzen haben in dieser Frage sehr klare Vorstellungen. Und wenn die Streu nicht passt, pinkeln sie einfach woanders.
Streuwahl ist kein Luxusproblem. Sie ist ein echter Faktor beim Klo-Verhalten.
Die wichtigsten Streutypen im Überblick
Klumpstreu ist die mit Abstand am häufigsten verwendete Variante – und das aus gutem Grund. Urin bildet feste Klumpen, die sich leicht ausschaufeln lassen. Der Geruch bleibt dabei gut eingeschlossen. Die meisten Katzen akzeptieren Klumpstreu problemlos, weil die Körnung dem natürlichen Sand- oder Erduntergrund nahekommt, den Katzen instinktiv bevorzugen.
Es gibt sie auf Tonerde-Basis (Bentonit) und auf pflanzlicher Basis – aus Mais, Holz oder Papier. Bentonit-Klumpstreu klumpt am zuverlässigsten, erzeugt aber beim Einschütten Staub, was für empfindliche Katzen oder Atemwegsprobleme relevant sein kann.
Silikatstreu – oft in Form kleiner Kristalle – saugt Feuchtigkeit auf und trocknet den Urin ein, anstatt Klumpen zu bilden. Sie hält länger als viele andere Sorten und erzeugt wenig Geruch. Der Nachteil: Viele Katzen mögen die Körnung nicht. Die Kristalle haben eine andere Haptik als Sand, und empfindlichere Tiere lehnen Silikatstreu teils konsequent ab.
Holzpellets und pflanzliche Alternativen – Pellets aus Holz, Hanf oder Papier sind ökologischer, aber ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Holzpellets zerfallen beim Kontakt mit Urin zu feinem Sägemehl, was für manche Katzen unangenehm ist. Manche Tiere akzeptieren sie gut, andere nie.
Was Katzen wirklich bevorzugen
Wenn man Katzen ohne menschliche Präferenzen wählen lässt, greifen die meisten auf feinkörnige, sandartige Streu zurück. Das erklärt die weite Verbreitung von Bentonit-Klumpstreu: Sie kommt dem natürlichen Verhalten am nächsten.
Was Katzen eher ablehnen: grobe Körnungen, starke Eigengerüche der Streu, stark parfümierte Varianten und Materialien, die sich unter den Pfoten unangenehm anfühlen.
Parfümierte Streu ist einer der häufigeren Fehler. Für Menschen riecht das frisch und sauber – für Katzen ist der künstliche Duft oft abstoßend. Das Klo wird dann nicht gemieden, weil es schmutzig ist, sondern weil es seltsam riecht.
Wenn die Katze die Streu ablehnt
Ein Zeichen für Streu-Ablehnung ist, dass die Katze ins Klo geht, aber versucht, so wenig Kontakt mit der Streu wie möglich zu haben – auf den Rand steigt, schnell wieder raus ist oder gar nicht erst hineingeht. Manche Katzen scharren nur kurz an der Außenseite des Klos, anstatt drinnen zu graben.
Wer den Verdacht hat, dass die Streu das Problem ist, kann sie einfach wechseln – am besten schrittweise, indem man die neue Streu zunächst mit der alten mischt. Ein abrupter Wechsel kann kurzfristig ebenfalls zu Ablehnung führen, selbst wenn die neue Streu eigentlich besser geeignet wäre.
Tiefe und Menge
Ein Aspekt, der oft vergessen wird: Viele Katzen brauchen eine gewisse Streuhöhe, um komfortabel scharren zu können. Zu wenig Streu – oft aus Sparsamkeit – führt dazu, dass die Katze beim Scharren den Boden der Wanne berührt, was viele unangenehm finden. Rund fünf bis acht Zentimeter Streu gelten als gute Grundlage.
Wer alle anderen Faktoren im Griff hat – Klogröße, Standort, Reinigung – und das Problem bleibt, ist die Streu oft der letzte unbeachtete Punkt. Ein Testkauf einer anderen Sorte kostet wenig und klärt die Frage schnell. Zur vollständigen Einrichtung des Katzenklos mit allen relevanten Faktoren bietet die Katzenklo-Checkliste einen guten strukturierten Überblick.
